© 2018 daniel schwarz-loy

 "die kunst ist lang! // und kurz ist unser leben."

johann wolfgang von goethe

I neugier

 

als naturwissenschaftlich geprägten menschen haben mich schon immer die zusammenhänge, die ursachen und wirkungen eines mechanismus oder eines systems beschäftigt. warum funktioniert etwas so, wie es funktoniert? warum wachsen bäume, warum kommt aus kasetten musik, warum zerstört feuer, warum regnet es, warum, warum... den antworten auf diese fragen bin ich im laufe meines lebens auf unterschiedliche weisen nach gegangen: als kind eher intuitiv und unsystematisch und später als junger erwachsener in form eines ingenieurstudiums. was beiden herangehensweisen zugrunde lag: die neugier und die suche nach dem, was im innern steckt. diese neugierige suche begleitet mich in allem  und so auch in meinen darstellungen und bildern. oft weiß ich am beginn eines kreativen prozesses nicht, was das ergebnis sein wird. aber oft drängt mich die frage: was kann ich aus der kombination verschiedener materialien, aus der behandlung mit verschiedenen substanzen, mit hitze oder kälte schaffen? was werde ich danach sehen? wie haben sich die verschiedenen teile neu zusammengefügt?

was ich tue, soll nicht an der reinen objektbetrachtung stehen bleiben. es ist viel mehr ein experimentieren und ein schaffen. eine spannende reise in die welt der umgestaltung, die immer angetrieben ist von einer lust auf neues: meiner neugier!

 

II transformation

 

viele meiner darstellungen und bilder sind optisch abstrakt und fast nie gegenständlich. etwas abzubilden hat mich noch nie gereizt. mein wunsch zu gestalten und die neugier, in einem kreativen prozess etwas zu schaffen, das ich nacher betrachten und anfassen kann, war immer motivation meines handelns. dabei habe ich mich schon zu beginn meiner arbeit einfacher mittel bedient: ein bettlaken und ein altes brett anstelle einer teuren leinwand, farbreste vom letzten umzug und alte pinsel, für die niemand mehr verwendung findet. diese herangehensweise war in erster linie geprägt von finanziellen beschränkungen und einer ungeduld, ideen sofort umsetzen zu wollen. mit der zeit habe ich diese not allerdings bewusster eingesetzt. heute arbeite ich gern mit gegenständen, die im häuslichen umfeld zu finden sind: alte möbel, gläser, reste aus dem hausbau, haarspray, um nur ein paar zu nennen. was mich dabei immer wieder fasziniert, ist die wandlung, die solche simplen und aus einer monetären sicht wertlosen gegenstände erfahren können. dabei geht es mir nicht um eine aufwertung, sondern um die reine wirkung, die solche gegenstände in einem anderen kontext oder einer anderen zusammensetzung als der gewohnten haben können. die gegenstände haben in vielen meiner darstellungen eine transformation erlebt und sind deswegen zu etwas neuem geworden.

III den blick verändern

sichtweisen verändern und dinge unter einem anderen blick betrachten - einen anderen Standpunkt einnehmen und so neue perspektiven zu erhalten sind wesentliche züge meiner arbeit .

 

dieser umgang mit kunst, design und gestaltung ist ein wesentlicher impetus für micht. verbunden mit dem willen, diese perspektiven anderen menschen anzubieten, findet sich diese haltung in allem was ich tue - sei es die arbeit, ehrenamtliche tätigkeiten oder den alltäglichen kontakt zu meiner umwelt.